Bauplanung und Hausbau auf einem Hanggrundstück

Die Zinsen sind in den vergangenen Jahren auf einem Rekordtief gewesen und so konnten sich viele Familien den Traum vom eigenen Haus erfüllen. Entsprechend rar sind derzeit freie Grundstücke. Selbst dann, wenn eine Kommune oder Gemeinde neue Bauplätze erschließt, sind einige davon schon vom Markt, bevor sie überhaupt öffentlich ausgeschrieben werden können. Wenn Sie Ihr Traumhaus zudem auch noch in einem bestimmten Ort oder zumindest in einem bestimmten Gebiet errichten wollen, kommt es vor, dass Sie am Ende gar keine große (Aus-)Wahl haben und Kompromisse eingehen müssen.
Ein Grundstück in Hanglage gehört zu den möglichen Kompromissen. So erging es auch Dirk und Sabrina. Beide sind stark in ihrem Ort verwurzelt. Sie mögen ihre Nachbarschaft und sie können sich gut vorstellen, hier ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Leider sieht der Bebauungsplan in naher Zukunft kein neues Baugebiet vor. Zwischen den bestehenden Häusern gibt es aber noch das eine oder andere freie Grundstück. Leider befindet sich das passendeste Grundstück an einem Hang. Dirk und Sabrina entscheiden sich dennoch zum Kauf, denn es fühlt sich richtig an und sie wissen: Ein Hanggrundstück ist eine Herausforderung. Mit der richtigen Planung und dem richtigen Partner lässt sich aufgrund der Hanglage aber auch ein ganz besonderes Haus verwirklichen.

 

Ein Hanggrundstück ist aus energetischer Sicht ein echter Gewinn

Hausbau am HangNeben den Schwierigkeiten, die solch ein Hanggrundstück mit sich bringen kann, hat es aber auch einen echten Vorteil. Dann nämlich, wenn ein Teil des Hauses quasi in den Hang „eingegraben“ wird. Dieser Teil des Hauses hat die natürlichste Dämmschicht, die man sich vorstellen kann. Liegt der Hang dann auch noch in Richtung Süden, können Sie so viel wertvolle und auch kostspielige Energie einsparen. Durch Solarflächen können Sie diesen Effekt sogar noch unterstützen.
Können oder wollen Sie Ihr Haus jedoch nicht eingraben, weil etwa das Gefälle zu steil ist, können Sie das Haus auch auf „Stelzen“ stellen. So kommt das Haus überhaupt nicht mit dem Hang in Berührung. Das bedeutet allerdings auch, dass das Haus zusätzlich von allen Seiten gedämmt werden muss.

Nun aber erst einmal zu den Dingen, die Sie bei einem Hanggrundstück bedenken sollten.

Auf die richtige Ausrichtung kommt es an

Ein Hanggrundstück lässt hinsichtlich der Ausrichtung des Hauses keinen Spielraum. Neigt sich der Hang Richtung Süden, sind Sie auf der Sonnenseite. Ein nach Norden hin ausgerichteter Hang bedeutet leider, dass ein großer Teil des Hauses wenig Licht bekommt. Deshalb sollten Sie sich das Grundstück bereits vor dem Kauf zu unterschiedlichen Zeiten ansehen. Wie steht die Sonne? Bedenken Sie, dass Sie in Ihrem neuen Haus einige Jahre, vielleicht sogar für immer, leben wollen.
Übrigens ist ein Nordhang nicht immer schlecht. Vor allem Menschen, die zu viel Sonne nicht mögen, weil sie beispielsweise krankheitsbedingt eher ein „Schattendasein“ führen, profitieren davon. Bedenken Sie vor dem Kauf also, was zu Ihren Bedürfnissen passt.

Ist das Grundstück grundsätzlich bebaubar?

Sie haben sich für ein Hanggrundstück entschieden. Doch noch vor der Planung und auch noch vor einem Kauf sollten Sie in ein Bodengutachten investieren. Die geologische Untersuchung zeigt nämlich, ob und wie ein Haus an dem speziellen Hang errichtet werden kann. Zwar kann theoretisch an jedem Hang gebaut werden, aber manchmal stehen die Kosten, weil der Hang etwa besonders abgestützt werden muss, in keinem Verhältnis zum Nutzen. Je genauer das Bodengutachten ausfällt, desto besser kann eine Kostenschätzung erfolgen. Die elementaren Punkte bei einem Gutachten sind:

Wichtig ist auch, ob es oberhalb des Hangs weitere Bebauungen gibt. Denn diese Häuser könnten durch Ihren Bau in Mitleidenschaft gezogen werden. Werden die Erdschichten aufgelockert, könnten diese Häuser „rutschen“. Für diese Schäden müssten Sie aufkommen.

Was passiert bei starkem Regen?

Ein weiteres Problem bei Häusern an einem Hang ist starker oder anhaltender Regen. Denn das Wasser läuft naturgemäß nach unten. Hier bekommen speziell die Häuser, die unten sind, Schwierigkeiten. Denn das Sickerwasser bzw. Schichtenwasser kann sich in das Mauerwerk drücken. Dort sorgt es über kurz oder lang für massive Schäden. Mittelbar betroffen sind dadurch auch Eigentümer von höher liegenden Häusern. Denn kann nachgewiesen werden, dass die Häuser weiter oben den hydrostatischen Druck zusätzlich steigern, können die Kosten für die Sanierung von den entsprechenden Nachbarn eingeklagt werden.

Die Baukosten werden auch durch Nebenkosten wie die Baustelleneinrichtung bestimmt

Ein großer Kostentreiber sind die manchmal zu wenig bedachten Baunebenkosten. Dazu zählt beispielsweise die Baustelleneinrichtung. Diese kann bei einem Hanggrundstück teurer ausfallen. Auch die Sicherung des Hangs gegen ein Abrutschen muss in die Baunebenkosten einkalkuliert werden.

Der Traum vom Bungalow erfüllt sich mit einem Grundstück am Hang leider nicht

Wer von einem Bungalow träumt, dem sei von einem Hanggrundstück grundsätzlich abgeraten. Wer an einem Hang baut, muss mindestens zwei Stockwerke einkalkulieren. Ist der Hang besonders steil, sind auch drei oder mehr Stockwerke möglich. Um den Raum optimal auszunutzen, werden Wirtschafts- und Kellerräume zum Erdinneren hin ausgerichtet und die Wohnräume nach außen. Einen klassischen „Keller“ gibt es nicht.
Entsprechend viele Treppen wird es am oder im Haus geben. Nutzen Sie dabei die Chance, die Treppen als architektonisches Highlight zu integrieren und nicht nur als notweniges Übel hinzunehmen. Durch die Wahl besonderer Materialien und mit der richtigen Beleuchtung fügen sich die Treppen perfekt in Ihr Haus ein.

Häuser am Hang haben viel Potential

Sicher ist die Planung und Begutachtung eines Hanggrundstücks wichtig und bereits vor dem Kauf des Grundstücks angeraten. Doch solch ein Haus hat nicht nur vermeintliche „Nachteile“. Häufig sind solche Grundstücke günstiger zu erwerben, wobei die höheren Kosten des Baus die Kostenersparnis meist wieder aufwiegen. Energetisch bieten Hanggrundstücke weiteres Einsparpotential. Wenn Sie sich für ein Hanggrundstück entschieden haben, sollten Sie jedoch auch die Vorteile bedenken: Die Häuser auf solchen Grundstücken bieten viel Raum für Kreativität. Durch spezielle Bauweisen, tiefe und große Fensterflächen und der richtigen Anordnung entstehen interessante Häuser mit einem atemraubenden und meist unverbaubaren Blick in die Ferne. Dafür alleine lohnen sich die höheren Kosten und der Mehraufwand beim Hausbau allemal. Dirk und Sabrina haben den Hausbau auf „ihrem“ Hang deshalb auch nie bereut. Zumal mit dem richtigen Bauplaner auch ein altersgerechter Wohnsitz möglich ist. Damit auch Sie Ihren Hausbau nicht einmal bereuen müssen, lassen Sie sich bereits vor dem Grundstückskauf über die Möglichkeiten und auch hinsichtlich der möglichen Probleme fachkundig beraten. Mit einem Profi an der Seite, der sowohl die Gegebenheiten als auch Ihre Wünsche im Blick hat, bauen auch Sie Ihr Traumhaus am Hang.

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