Bauherrensicherheit von der Grundstückssuche bis zum Einzug

BauherrensicherheitDas Projekt „Hausbau“ ist für viele neues Land und entsprechend mit einigen Ängsten und ganz viel Vorfreude verbunden. Ängste in Bezug auf den Hausbau sind normal und können sogar gut sein. Denn sie verhindern häufig Fehler, indem nachgefragt und -geforscht wird. Einige Ängste können wir Ihnen heute hier nehmen. Denn Angst entsteht häufig durch Unwissenheit. Mit den richtigen Informationen zur Bauherrensicherheit, die wir Ihnen hier zusammengestellt haben, sind Sie bestens gerüstet für den ersehnten ersten Spatenstich, bis hin zum Einzug in Ihr neues Leben.

 

Achten Sie bei der Wahl des Grundstückes nicht nur auf den Preis

Der Bau des eigenen Hauses beginnt häufig mit der Suche nach einem geeigneten Baugrundstück. Selbstverständlich spielt der Quadratmeterpreis eine wesentliche Rolle, denn der Bau eines Hauses hat ein festgelegtes Budget. Achten Sie bei der Wahl des richtigen Grundstückes aber auch auf die (perspektivischen) Belange und Wünsche Ihrer Familie. Dazu gehört die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes, Kindertagesstätten, Schulen, aber auch die Erreichbarkeit von kultureller und sportlicher Einrichtungen. Außerdem sollten Sie sich in dem Ort wohl fühlen. Sie werden immerhin ein paar Jahre in diesem leben.
Ist der passende Ort gefunden und stimmt das Grundstück bezüglich Größe, sollte ein Blick auf die Lage des Grundstücks geworfen werden. Hier hat schon manch ein Bauherr zu voreilig gekauft, um dann festzustellen, dass beispielsweise die eigene Zufahrt nur über das Nachbargrundstück erreichbar ist. Dieses Wegerecht muss Ihnen der Nachbar einräumen, wenn es nicht eh schon vorgesehen ist. Versuchen Sie außerdem, die Bestätigung über die Altlastenfreiheit in den Kaufvertrag aufzunehmen. Das erspart Ihnen die teure Entsorgung von Hinterlassenschaften. Erkundigen Sie sich außerdem bei der zuständigen Gemeinde, ob das Grundstück baurechtlich erschlossen ist. Erschließung bedeutet zumindest verkehrsgerechte Anbindung. Eine Grundversorgung mit Wasser/Abwasser sowie Strom muss bereits vorhanden oder zumindest realisierbar sein. Außerdem sollte vor dem Kauf ein kleiner Ausblick auf das Traumhaus geworfen werden. Städte und Gemeinden haben häufig sehr genaue Angaben zur Höhe des Hauses, des Daches, welches aufgesetzt werden kann und auch zur Hausgröße. Manche Gemeinden und Städte schreiben sogar die Ziegelfarbe, den Fassadenstrich und die Anzahl der zu pflanzenden Bäume vor. Wer sich schon vor dem Kauf einen Überblick über die Anforderungen verschafft, erspart sich langfristig Frust und Ärger. Passen die Vorgaben nicht zum Traum vom eigenen Haus, so sollten Sie nach einem anderen Grundstück oder einem Kompromiss suchen.

 

Vermeiden Sie Fallstricke bei der Wahl des Traumhauses

Ist das Grundstück gefunden, geht es an die Planung des Hauses. Hausangebote erhalten Sie, wenn Sie bei Hausanbietern, Bauunternehmen und Bauträgern anfragen, Musterhaussiedlungen aufsuchen, Messen besuchen oder einschlägige Wochenzeitungen studieren. In Neubausiedlungen finden Sie außerdem regionale Angebote diverser Bauunternehmen. Die Auswahl ist nahezu grenzenlos. Grenzen sind Ihnen, wie erwähnt, häufig durch Bauvorschriften der Städte und Gemeinden gesetzt. Konzentrieren Sie sich deshalb auf Haustypen, die auf Ihrem Baugrundstück errichtet werden dürfen. Ist der richtige Haustyp gefunden, vergewissern Sie sich auf jeden Fall vor der Vertragsunterzeichnung davon, dass das geplante Haus auch wirklich den Anforderungen der Baubehörde entspricht. Hier hat sich schon so mancher Hausbauer auf die Aussagen von Handwerkern verlassen um dann nach Vertragsschluss festzustellen, dass dem Bauantrag nicht stattgegeben werden kann.

 

Fertighäuser versus Massivhäuser und deren Sparpotential

Die Gretchenfrage bei vielen Bauherren ist die nach der Bauweise eines Hauses. Grundsätzlich stehen einem zwei Möglichkeiten offen. Das Fertighaus und – Stein auf Stein – ein Massivhaus. Gerade für Letzteres spricht viel. So haben vorkonfektionierte Fertigteilhäuser eine geringere Lebensdauer als Massivhäuser und beim Wiederverkauf einen höheren Wertverlust.
Schlüsselfertig und einzugsbereit bekommen Sie auch Massivhäuser. Wer sein Haus schlüsselfertig in Auftrag gibt, der bekommt alle Bauhaupt- und Nebengewerksarbeiten. So stellt Ihnen die Baufirma den Rohbau hin und installiert die Haustechnik, die Elektrik und übernimmt das Verputzen der Fassade. Vor dem Einzug müssen in den meisten Fällen die Maler- und Bodenbelagsarbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden. Der Vorteil für Sie als Bauherren liegt darin, dass Sie selbst bestimmen können, ob Sie ein Haus lieber in Ausbaustufen kaufen wollen. Dies lohnt sich vor allem aus finanzieller Sicht, denn Eigenleistungen mindern die Gesamtkosten.

 

An der Baubeschreibung erkennen Sie ein seriöses Bauunternehmen

Seriöse Bauunternehmen erkennen Sie bereits an der sogenannten Bau- und Leistungsbeschreibung. Deshalb sollten Sie diese auf jeden Fall gründlich lesen, auch wenn es natürlich Zeit kostet und nicht die spannendste Lektüre Ihres Lebens wird. Achten Sie besonders auf konkrete Angaben in der Leistungsbeschreibung. Finden Sie hier vage Formulierungen wie „Ausführung von Putzarbeiten“, so sollten Sie sich schriftlich bestätigen lassen, welche Ausführungen damit konkret gemeint sind. Ein ordentliches und zuverlässiges Unternehmen formuliert die einzelnen Schritte ganz konkret. Dies könnte so aussehen: „Ausführung von Verputzarbeiten an allen Innenwänden sowie der Außenfassade, einschließlich Gerüststellung“. Fallen Ihnen in der Baubeschreibung mehrere Formulierungen auf, die nicht konkret genug sind, so sollten Sie sich besser nach einer Alternative umsehen. Stimmt schon die Baubeschreibung nicht, so können Sie davon ausgehen, dass mit diesem Unternehmen an Ihrer Seite weiterer Ärger droht.
Lassen Sie sich Zeit bei der Durchsicht der Baubeschreibung. Der Text muss Sie in die Lage versetzen, vor Ihren Augen das Haus in all seinen Schritten entstehen zu sehen. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, so sollten Sie sich von einem Bausachverständigen oder unabhängigen Bauberater unterstützen lassen. Damit vermeiden Sie spätere Meinungsverschiedenheiten und kommen mit Ihrem beauftragten Bauunternehmen zu einem partnerschaftlichen Vertragsverhältnis.

 

So finden Sie den idealen Baupartner

Es wäre zu einfach und sicher fahrlässig, wenn Sie sich bei der Auswahl des Baupartners nur am Preis im beispielhaften „Angebot für ein schlüsselfertiges Massivhaus“ entscheiden. Auch die „Chemie“ muss stimmen. Vertrauen Sie hier auf Ihr Bauchgefühl. Es täuscht selten und zeigt zuverlässig, was der Verstand nicht zu zeigen vermag. Es gibt während der Bauzeit so viele Entscheidungen zu treffen und Ärger in irgendeiner Form wird es immer geben. Missverständnisse zu beseitigen und zu einer tragbaren Lösung zu finden, erfordert ein partnerschaftliches Verhältnis zur beauftragten Baufirma. Eine große Rolle spielt außerdem, ob Sie eine Komplettleistung ohne Eigenleistung beziehen möchten oder vieles Organisatorisches selbst erledigen wollen und können. So müssen Sie nicht die vom Bauunternehmen vorgeschlagenen Firmen für Elektrik, Sanitär und Malerei engagieren. Es kostet zwar Zeit, ein Vergleich mit anderen Handwerkern lohnt sich häufig finanziell. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Baupartner zumindest zu den üblichen Geschäftszeiten für Sie erreichbar ist. Vor Ort auf der Baustelle sollte er zumindest einen Entscheidungsträger (Polier/Meister etc.) zusichern können.

 

Bauherrensicherheit benötigen Sie während der Bauzeit und darüber hinaus

Es ist geschafft! Sie haben das ideale Baugrundstück gefunden und sich verschiedene Haustypen angesehen. Sie haben mit Ihrem favorisierten Bauunternehmer Bemusterungen durchgeführt und Ihre Wünsche in das Bauprojekt einarbeiten lassen. Die behördliche Baugenehmigung liegt vor und der Bau kann beginnen. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob Ihr Traumhaus auch rechtzeitig fertig wird. Was geschieht, wenn Mängel auftreten oder wenn das Bauunternehmen seine Leistung nicht erbringen kann? Bauherrensicherheit schaffen Sie sich durch Garantien und Bürgschaften im Rahmen des Bauvertrages. Folgende sind möglich:

 

Sicher bauen bedeutet auch, sich Unterstützung zu holen

Auch, wenn man bei Erzählungen anderer häufig das Gefühl hat, dass „sicher bauen“ unmöglich ist, gibt es Vorkehrungen, die getroffen werden können, damit der Hausbau „so sicher wie möglich“ läuft. Wer selbst nicht vom Fach ist, sollte sich beim Hausbau von einem unabhängigen Profi begleiten lassen. Bausachverständige oder die Kollegen vom TÜV SÜD beispielsweise, verfügen über die notwendige Expertise, um Ihnen von der Grundstückssuche bis weit nach dem Einzug ins Eigenheim zur Seite zu stehen. Ein „zu früh“ gibt es hier nicht. Vor allem dann, wenn das Geld für den Bau knapp ist, ist diese Ausgabe absolut lohnenswert. Denn Sie zahlen zwar für die erbrachte Leistung, der Sachverständige hilft Ihnen aber auch dabei, an den richtigen Stellen Geld einzusparen. Er überprüft die Leistung des Architekten, stimmt die Statik ab und vergleicht Angebote verschiedener Anbieter. Vor allem Bau- und Leistungsbeschreibungen lassen sich für das ungeübte Auge nicht richtig miteinander vergleichen. Das Baucontrolling dokumentiert bei Beauftragung auch den Baufortschritt und hilft so, Mängel zu vermeiden. Treten diese doch einmal auf, so kann anhand der Dokumentation herausgefunden werden, an welcher Stelle der Mangel verursacht wurde und wer dementsprechend die Haftung dafür übernehmen muss. Ebenso übernimmt der Sachverständige die Bauabnahme nach Fertigstellung und kommt kurz vor Ende der Garantiezeit noch einmal zu einer letzten Bauabnahme. Denn es gibt immer wieder Mängel, die man erst Jahre später bemerkt – meist dann, wenn die Garantiezeit gerade abgelaufen ist. Damit Sie nicht auf diesen Kosten sitzenbleiben, zu jedem Bauzeitpunkt einen Überblick haben und sich für den richtigen Partner für den Bau Ihres Traumhauses entscheiden, raten wir dazu, sich von einem Profi unterstützen zu lassen. Es wird Ihnen viele schlaflose Nächte ersparen, wenn Sie sicher sein können, dass auf der Baustelle alles nach Plan läuft.

Tipp:
Weitere Informationen zum Thema Bauherrensicherheit finden Sie in unserem Ratgeber zu „sicher bauen“.

 

Versicherungsschutz gehört zur Bauherrensicherheit

Es gibt eine Reihe von Versicherungen, die dem Schutz privater Bauherren dienen oder bei einer Hausfinanzierung sogar zwingend vorgeschrieben sind.

  • Bauwesenversicherung
    Auf jeder Baustelle können Schäden auftreten, die nicht durch eine Gebäudeversicherung abgedeckt sind. Dazu gehören Hochwasser, Sturm, Vandalismus, Materialfehler, nachteilige Eigenschaften am Baugrund und andere Dinge. Diese werden durch eine Bauwesenversicherung abgedeckt.

  • Bauherrenhaftpflichtversicherung
    Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wenn Sie als Bauherr beispielsweise bei Materialtransporten den Zaun des Nachbarn beschädigen, tritt diese Versicherung ein. Sie bewahrt Sie auch, wenn Berechtigte oder Unberechtigte Ihr Baugrundstück betreten und zu Schaden kommen.

  • Feuerrohbauversicherung
    So mancher Rohbau ist schon abgebrannt, weil der Heizstrahler über Nacht nicht ausgeschaltet wurde oder die Bauherren selbst bei Löt- und Schweißarbeiten den Funkenflug unterschätzt haben. Den unfertigen Neubau schützt eine Feuerrohbauversicherung (siehe auch nachfolgend Gebäudeversicherung).

  • Versicherung der Bauhelfer bei der Bau Berufsgenossenschaft
    Wenn Sie als private Bauherren Bauhelfer selbst beschäftigen, sind Sie gesetzlich zum Abschluss dieser Versicherung bei der BG Bau verpflichtet. Arbeitsunfälle können überall geschehen – Ihre Bauhelfer und Sie selbst sind durch diese Versicherung im Schadensfall bis hin zum Todesfall oder lebenslanger Arbeitsunfähigkeit abgesichert.

  • Gebäudeversicherung
    Sobald Ihr Traumhaus fertiggestellt ist, benötigen Sie zumindest bei einer Hausfinanzierung eine Wohngebäudeversicherung. Hier kommen wir auf die Feuerrohbauversicherung zurück. Fast alle Versicherungen bieten diese kostenlos an, wenn Sie die anschließende Wohngebäudeversicherung über mindestens eine Versicherungsperiode bei ihnen abschließen.

Tipp:
Weitere und ausführlichere Informationen zu den notwendigen Bauversicherungen finden Sie unter www.bv24.info.

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